Moritz bringt Senioren Sonnenschein

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Start

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Start

Irgendwo auf dem schließlich nicht ganz so kurzen Weg zwischen Loch 1 und 2 haben die „Toni“ genannte Antonia (17) und Charly (75) erste Gemeinsamkeiten entdeckt. Sie sind sich einig darüber, dass für ein gutes Ergebnis beim Golf das kurze Spiel eine besondere Rolle spielt. Und die beiden haben ganz nebenbei – Smalltalk soll ja bei unserem Sport durchaus erlaubt sein – festgestellt, dass sie noch etwas gemeinsam haben: Dieselbe Schule. Charly hat im Jahre 1963 an der Hindenburgschule (heute Herbart-Gymnasium) mit Ach und Krach sein Abitur gemacht. Toni wird ihre Hochschulreife im kommenden Jahr an derselben Penne – also 56 Jahre später – wohl eher mit Glanz und Gloria bestehen.

Moritz beim Putten mit Toni und Matten

Moritz beim Putten mit Toni und Matten

Mitspieler Matten (noch 74) hat derweil über unseren Jüngsten im Quartett, Moritz (7), herausgefunden, dass dieser schon die 4. Klasse besucht und um eine Antwort nie verlegen ist. Im Spiel überzeugt Moritz durch seine stilvollen Probeschwünge, am Treffen des Balles soll mit Pro Ulli noch gearbeitet werden – auf dem Weg zur ersehnten Platzreife. Wenn es so etwas gibt, ist Moritz der Sonnenschein in unserem Flight. Er plappert ohne Scheu vor uns Senioren drauf los und befolgt gelegentliche Tipps von Toni mit einem schlichten o.k. Wenn Moritz auch nicht alle Bälle trifft, soll er später doch den entscheidenden Schritt zum Erklimmen des Siegertreppchens tun. Aber davon später mehr. Anzumerken ist noch, dass der Siebenjährige bereits nach dem 3. Loch kundtut, dass er sich schon jetzt „so auf das Essen freut“.

Die Rede ist hier von einem gemeinsamen Wettspiel der Seniorenvereinigung im Oldenburgischen Golfclub (Grünjacken) und den Teilnehmern des Golf-Sommercamps von Kindern und Jugendlichen, das unter Leitung von PGA-Master-Pro Ulrich Schäring vom 2. bis 6. Juli auf dem Gelände des OGC stattfand. Jugendwart Rudolf Brinkhaus hatte die Idee zu diesem Treffen und brachte den Gedanken gemeinsam mit Grünjacken-Spielführer Spencer schnell zur Platzreife. Senioren Captain Matten zog natürlich begeistert mit, und schon war ein Team für Mittwoch, 4. Juli, zusammengestellt. Gespielt wurde über 9 Löcher, so dass man sich anschließend zum gemeinsamen Mittagessen im Clubhaus zusammenfinden konnte. Beim Start hatte Spencer den Ablauf erläutert und die Flights vorgelesen. OGC-Präsident Gerd Pommer ordnete das Ganze als „eine wunderbare Idee“ ein, die man im nächsten Jahr fortsetzen solle.

Während des Turniers stellten Kinder, Jugendliche und Erwachsene schnell fest, dass bei unserem Golfsport das Alter eher eine untergeordnete Rolle spielt. Man verstand sich prächtig und wenn einer nicht so gut traf, sprang eben ein anderer der vier Mitspieler beim Scramble ein. Das hatte zur Folge, dass während des kleinen Wettspiels sogar Eagles (2 unter Par) erzielt wurden. Unser Team mit Moritz, Toni, Matten und Charly ließ einem Bogey auf der 1 nur noch Pars folgen, und bei Loch 9 kam die Minute von Moritz. Er legte vom grünen Abschlag einen wunderbaren Drive hin, Matten ließ einen sehr guten Fairwayschlag zum Grün folgen. Charly setzte einen Chip an die Fahne und durfte unter dem Beifall aller aus 20 cm. zum Birdie einlochen. Und dass sollte dann zum zweiten Platz der Netto-Wertung reichen. Gewonnen hat der Fligth mit Günter, Hans-Werner, Lennart und Femke Charlotte; den 3. Platz belegten Tim, Horst, Bernfrid und Linus. Die Siegerehrung folgte beim gemeinsamen Essen. Jugendwart Rudolf bedankte sich bei den Senioren für die Einladung zum Essen aber auch für die großzügige Spende von 545,- Euro für die Jugendkasse.

Grünes Licht für die Wiederholung des schönen Turniers kommt von Pro Uli, der auch für das nächste Jahr wieder ein Sommercamp geplant hat. Am diesjährigen Camp, das auch von Damen aus dem OGC großzügig gefördert wurde, hatten 15 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren teilgenommen. Sie übten allesamt an Technik und Taktik und am Erreichen von Platzreife und Handicap-Verbesserung. Und natürlich kam auch der Umgang mit der Etikette nicht zu kurz, was die Senioren schon beim Turnier in der Praxis anerkennend würdigen konnten. Rechte Hand von Uli beim Camp war Toni, die auch im Flight 2 durch tollen Schwung und frappierende Abschläge zu begeistern wusste.
 

 

Text und Fotos: Carl-Friedrich Ehlers

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