Jugendliga 12.06. – der etwas andere Turnierbericht und der Generalverdacht

Jugendliga-Mannschaft 12. Juni

Amelie Neubert, Jan Stelter, Tim Brinkhaus, Marc Schnülle, Antonia Neubert and the Hero of the Day: Johannes Eiler

Vergangenen Sonntag war bei uns die Jugendliga mit insg. 8 Mannschaften zu Gast. Da sich die meisten Turnierberichte (Wetter, Ergebnisse, Platz, Gastro) ja doch immer wieder ähneln, schreibe ich heute mal einen anderen Bericht – einen aus der Sicht des Jugendwartes über die Vorbereitung und den Ablauf solch eines Turnieres.

Das Turnier beginnt für mich schon am Montag. Die Kapitäne der anderen Mannschaften werden via eMail über den Tagesablauf und die Begebenheiten vor Ort informiert. D.h. alle Infos zusammentragen (ja nichts vergessen – das generiert garantierte Rückfragen), eMail-Adressen der Clubs raussuchen, eMails versenden. Es wurde zwar an alles gedacht – trotzdem kommen Rückfragen. Also werden auch die über die nächsten Tage beantwortet.

Am Dienstag wird die Mannschaft informiert, wer spielt. 2 Stammspieler können nicht. OK, also Ersatzspieler informieren und einplanen. Nach und nach trudeln dann die Meldungen des anderen Clubs ein. Drüber schauen, prüfen ob alles OK ist, Ausschreibung auswendig lernen (bin ja Spielleitung).

Donnerstag Abstimmung mit dem Sekretariat wer, was, wann erledigt. Das Turnier hat neben der Einzelwertung eine zusätzliche Mannschaftswertung Brutto über CR. Das ist DGL-Niveau. Das ist nicht kompliziert – man muss nur dran denken.

Freitag Erstellung der Startliste. Nicht einfach so, wie bei einem Clubturnier, zack, alles nach Handicap. Nein, es muss aus der Ligarangliste die Position des Clubs rausgesucht und dann nach Meldung via Startraster eingeteilt werden. Nachmittags dann mit der Mannschaft beim Training den Spieltag vorbesprechen, z.B. die Fahnenpositionen.

Samstag dann den Platz ablaufen: Fahnenpositionen für die Greenkeeper sprühen – Abschläge entsprechend setzen. Wie lassen sich die Grüns anspielen? Die sind recht hart und schnell und haben wenig Biss – d.h. die Mannschaft später informieren (nicht vergessen!), dass bei vorderer Fahnenposition unbedingt die Vorgrüns anzuspielen sind – sonst gibt’s kein halten. Es soll ja Spieler geben, die merken das selber erst auf der 17. Also besser mal angesprochen.
Abends beim Grillen fällt mir dann siedendheiß ein – verflixt, ich habe die Mannschaftsverpflegung vergessen! Wie spät ist es? Kurz vor 9? Tut mir leid Leute, ich muss los – einkaufen.

Sonntag, früh raus. Um halb 9 muss ich auf dem Platz sein – ab 9:30 Uhr ist Start. Aber nur von der 1, damit der Platz nicht zu lange für die Mitglieder belegt ist. Diese Liga startet mit Starter. Da sich um diesen Job keiner reißt, potentielle Kandidaten nicht zur Verfügung stehen und ich keine Zeit für erfolglose Nachfragen habe, mache ich es lieber gleich selbst. Bin ja eh da. Alle Spieler gehen bis 12:00 Uhr auf die Runde, mit meinen Informationen über Platzregeln, Besonderheiten und Pitchgabel-Kontrolle (und dem Hinweis diese auch zu benutzen – ich würde das kontrollieren).

Was ich dann auch tue: Ab 13:30 Uhr kommen die ersten Flights mit 1-stelligen am Grün der 18 an. Da diese das Grün aus 150 m hoch anspielen, liege ich auf der Lauer. Ja, doch … alles vorbildlich. Bis auf 2 junge Damen, die noch mal auf’s Grün mussten ;-).  Zwischendurch immer mal wieder zur Mannschaft – kreuz und quer über den Platz (ich kenne jeden Schleichweg). Auf der 16 fange ich einen Spieler unserer Mannschaft ein, der bis hier sehr gut gespielt hat (36 NP), ich aber weiß, dass bei ihm manchmal der Kopf ein wenig zu viel mitspielt. Also gehe ich als Caddy mit, damit wir den Score reinbringen. Guter Abschlag auf der 17 – Ball liegt im Semi vor dem Dogleg, dann zieht er ein Hybrid. Ich ahne was er vorhat! „Nein, wir hämmern den Ball nicht mit einem Zauber-Fade auf’s Grün! Nimm ein Eisen und lege ihn sicher Mitte Fairway ab.“  Kurzer Blick wie eine Baustelle – dann macht er es aber wie bestellt – und liefert. Den 3ten auf’s Grün, 2 Putts. Boogie – 3 Punkte. Bei der 18 das Gleiche: ich bestelle – er liefert (klappt aber irgendwie selten bei mir selbst). Wieder Boogie, wieder 3 Punkte. 42 Netto inkl. kleiner taktischer Lehrstunde, herzlichen Glückwunsch.

Gegen 16:30 Uhr sind alle drin, es folgt die Siegerehrung. Die Mannschaft hat das gesteckte Ziel erreicht (P4, im HCP-Durchschnitt wären wir mit Abstand letzter, und nur 5 Schläge zu P3. Diese junge Mannschaft hat echt Potenzial), sowie 4 HCP-Verbesserungen bei 6 Spielern. Darunter Johannes Eiler mit schon fast unverschämten ;-).  59 NP = HCP von 40 auf 26,5.

Nachdem die Siegerehrung zu Ende war kommt jetzt der Abschnitt, der eigentlich nichts mit dem Turnier an sich zu tun hat, aber in den letzten Jahren immer mal wieder aufkam und ich deshalb dazu jetzt einmal Stellung beziehen möchte:

Der Generalverdacht

Der Auslöser: Im Anschluss der Siegerehrung kam ein Clubmitglied an unseren Tisch und sagte zu mir: „Du musst den Jugendlichen mal sagen, dass man Bunkerharken auch zurücklegen kann“.
Bähm … DEN Jugendlichen … pauschal … allen! Das vor dem Turnier schon Golfer auf dem Platz waren, ist da völlig nebensächlich. Es waren Jugendliche auf dem Platz. Damit ist der Schuldige gefunden!

Was wird eigentlich mit so einer Aussage bezweckt? Soll ich

  1. die teilnehmenden Jugendlichen aller Mannschaften hier und jetzt noch mal zusammenrufen und eine Durchsage machen, dass Bunkerharken zurückgelegt gehören? Oder
  2. möchte das Mitglied die Verantwortlichen (die beiden A-Lizenztrainer, die beide jahrelang die Jugend-Kader des GVNB trainierten sowie den Jugendwart, der in seinem 8. Jahr zu den erfahrensten in ganz Niedersachsen zählt) darüber informieren, dass sie in ihrer teilw. jahrelangen Ausbildung der Jugendlichen wohl irgendwie vergessen haben, mal zu erwähnen, dass Bunkerharken zurückgelegt gehören?

Ich weiß es nicht.

Natürlich gibt es unter Jugendlichen Exemplare, die entweder schusselig, unerfahren (wie bei Erwachsenen auch) oder einfach ignorant und schlecht erzogen (wie bei Erwachsenen auch) sind und sich auf dem Platz nicht so verhalten, wie sie es sollten. Wem so ein jugendlicher Spieler oder Flight auffällt, der kann sich sehr gerne an mich wenden und ich spreche mit den Betroffenen über das, was getan oder nicht getan wurde. Das gehört zu meinem Job als Jugendwart. Nicht zu meinen Job gehört, dass ich mir pauschale Verdächtigungen und generelle Unterstellungen gegen die komplette Clubjugend anhören muss. Da stehe ich ganz deutlich vor den Kindern und den Trainern. Wer dennoch seinem Belehrungszwang nicht nachgeben kann, den darf ich um einen Eintrag ins Beschwerdebuch im Sekretariat bitten.

Nachdem diese kleine Wolke der Stimmungsverdunkelung verflogen war, haben wir noch ein wenig Johannes gefeiert. Als dann alle Kids weg waren, haben Thekla (vielen Dank für die Hilfe) und ich das Turnier abgeschlossen und die Ergebnisse übertragen.

18:00 Uhr – Feierabend. Ab nach Hause, ins Wochenende 😉

Rudolf Brinkhaus
– Jugendwart, Captain Jugendmannschaft –

Die Kommentare wurden geschlossen